Wenn Kund:innen das erste Mal bei uns im Atelier stehen und ihr Material auf den Tisch legen, kommt fast immer dieselbe Frage: „Geht das mit dem Laser überhaupt?" Die ehrliche Antwort lautet: Kommt drauf an, mit welchem.
Wir arbeiten bei CreaBlond mittlerweile mit sechs verschiedenen Lasertypen – Diode, Infrarot, Faser, MOPA, UV und CO2 – und jeder davon hat seine eigene Persönlichkeit. Keiner kann alles, aber zusammen decken sie fast jedes Material ab, das uns je untergekommen ist.
Damit ihr beim nächsten Projekt selbst einschätzen könnt, welcher Laser für euer Vorhaben infrage kommt, haben wir hier einmal aufgeräumt, was die einzelnen Lasertypen wirklich können – jenseits der Marketing-Folien.
Warum es überhaupt verschiedene Lasertypen braucht
Jeder Laser arbeitet mit einer anderen Wellenlänge, und genau die entscheidet, ob ein Material die Energie aufnimmt oder sie einfach reflektiert. Ein CO2-Laser mit seiner langen Wellenlänge von 10,6 µm „sieht" Holz oder Leder völlig anders als ein Faserlaser mit 1064 nm, der wiederum auf blankem Metall sein Zuhause hat. Deshalb bringt es wenig, sich einen einzigen Alleskönner zu wünschen – in der Praxis lohnt sich eher die Frage: Welches Material kommt bei mir am häufigsten auf den Tisch?
CO2-Laser: der Klassiker für Holz, Leder und Acryl
Der CO2-Laser ist bei uns nach wie vor der Allrounder für organische Werkstoffe. Holz, Leder, Papier, Pappe, Acrylglas und sogar unbeschichtetes Glas lassen sich damit sauber gravieren und teilweise auch schneiden. Die Wellenlänge wird von diesen Materialien hervorragend absorbiert, wodurch scharfe Kanten und gleichmäßige Gravurtiefen entstehen.
Was er nicht kann: blankes Metall. Ohne spezielle Marking-Sprays bleibt die Oberfläche bei Edelstahl oder Aluminium nahezu unverändert. Für alles, was aus der Natur kommt oder ihr ähnelt – Holzschilder, Lederetiketten, Acrylständer – ist der CO2-Laser bei uns trotzdem oft die erste Wahl, weil er Tiefe und Kontrast in einem Arbeitsgang liefert.
Diodenlaser: günstig, schnell, aber mit klaren Grenzen
Diodenlaser haben sich als Einstieg in die Welt der Lasergravur einen Namen gemacht, und das zu Recht. Mit Wellenlängen um 450 nm sind sie effizient und schnell bei der Personalisierung von Holz, beschichtetem Metall, Leder oder dunklen Kunststoffen. Transparente oder stark reflektierende Materialien wie Acryl oder Glas sind dagegen tabu, weil die Wellenlänge dort kaum greift.
Für kleinere Serien und Personalisierungen – Namen auf Holzbrettern, Logos auf Lederwaren – ist der Diodenlaser bei uns ein verlässliches Arbeitstier, das wir gerne für schnelle Durchläufe einsetzen.
Faserlaser: die erste Adresse für Metall
Sobald Metall im Spiel ist, übernimmt bei uns der Faserlaser. Mit seiner Wellenlänge von 1064 nm ist er auf Edelstahl, Aluminium, Messing und viele weitere Metalle spezialisiert und liefert dort eine Präzision, die ein CO2-Laser nie erreichen würde. Auch einige Kunststoffe lassen sich damit markieren, allerdings nicht so fein wie mit UV-Licht.
Wenn also Werkzeuge, Schmuck, Edelstahlflaschen oder Maschinenteile beschriftet werden sollen, ist der Faserlaser unser Werkzeug der Wahl. Wie stark dabei die Frequenz das Ergebnis beeinflusst, erklären wir ausführlich im Beitrag Faserlaser-Frequenz einfach erklärt.
MOPA-Laser: der Tüftler unter den Faserlasern
Der MOPA-Laser ist im Prinzip ein Faserlaser mit Feinjustierung. MOPA steht für Master Oscillator Power Amplifier und erlaubt es, Pulsdauer und Frequenz einzeln zu steuern. Das macht ihn besonders dann interessant, wenn es nicht nur um eine Markierung geht, sondern um Farbe und Kontrast – etwa tiefschwarze Gravuren auf eloxiertem Aluminium oder bunte Markierungen auf Edelstahl, die ganz ohne Tinte auskommen.
Für anspruchsvolle Metallprojekte, bei denen Optik genauso zählt wie Haltbarkeit, greifen wir bei CreaBlond zum MOPA-System.
UV-Laser: die Spezialeinheit für empfindliche Materialien
Der UV-Laser arbeitet mit einer deutlich kürzeren Wellenlänge von 355 nm und damit nach einem anderen Prinzip: Statt das Material zu erhitzen, bricht die hohe Photonenenergie direkt die Molekülbindungen auf – ein sogenanntes Kaltmarkierungsverfahren. Dadurch entstehen praktisch keine Brandränder oder Verformungen.
Das macht den UV-Laser zur ersten Wahl für alles, was hitzeempfindlich oder besonders fein ist: dünnwandiges Glas wie Weingläser, transparente Kunststoffe, Keramik, Leiterplatten und sogar Lebensmitteloberflächen wie Schokolade oder Obstschalen. Für filigrane Designs auf Glas und Kunststoff ist er bei uns oft die einzige Lösung, die wirklich saubere Ergebnisse liefert.
Infrarotlaser: die unsichtbare Allzweckwaffe
„Infrarot" ist eigentlich ein Sammelbegriff, denn sowohl Faser- als auch CO2- und MOPA-Laser arbeiten im infraroten Spektrum, nur eben bei unterschiedlichen Wellenlängen. In der Praxis meinen wir mit reinen Infrarotlasern meist Systeme im Bereich um 1064 nm, die ähnlich wie Faserlaser primär für Metalle und einige technische Kunststoffe geeignet sind, aber je nach Bauart auch organische Oberflächen mitmarkieren können. Sie sind bei uns eher die Ergänzung für Mischmaterialien, bei denen ein reiner Faserlaser an seine Grenzen stößt.
Die Materialübersicht auf einen Blick
| Material | Beste Wahl | Alternative |
|---|---|---|
| Holz | CO2-Laser | Diodenlaser(dunklere Gravuren) |
| Leder | CO2-Laser | Diodenlaser, MOPA, UV |
| Acrylglas (transparent) | CO2-Laser | UV-Laser |
| Edelstahl, Aluminium (Markierung) | Faserlaser | MOPA-Laser, Infrarot-Laser |
| Beschichtete Materialien | MOPA-Laser | Infrarot-Laser |
| Glas (dickwandig) | CO2-Laser | UV-Laser |
| Glas (dünnwandig, z. B. Weingläser) | UV-Laser | CO2-Laser |
| Kunststoffe (technisch, transparent) | UV-Laser | Faserlaser |
| Keramik | UV-Laser | CO2-Laser |
| Papier, Pappe | CO2-Laser | Diodenlaser, UV-Laser |
| Leiterplatten, Elektronikbauteile | UV-Laser | MOPA-Laser |
| Schiefer | Infrarot-Laser | MOPA-Laser, UV-Laser |
Diese Tabelle ersetzt natürlich keinen Materialtest – gerade bei Sonderwerkstoffen oder beschichteten Oberflächen empfehlen wir immer eine Probegravur, bevor es an die Serie geht.
Was bedeutet das für euer Projekt?
In der Praxis sieht man bei CreaBlond schnell: Die Frage ist selten „Welcher Laser ist der beste?", sondern „Welcher Laser passt zu meinem Material und meinem Anspruch?" Ein Holzschild braucht keinen UV-Laser, und ein Weinglas mit feinem Monogramm wird mit einem CO2-Laser nie so scharf wie mit UV-Licht. Genau deshalb setzen wir je nach Auftrag bewusst unterschiedliche Maschinen ein, statt alles über einen Kamm zu scheren.
Einen Überblick über unser gesamtes Angebot findest du auf der Seite zur Lasergravur in Nürnberg. Geht es um farbige Motive auf Textilien statt um Gravur, ist unser DTF-Druck die passende Wahl.
Unsicher, welcher Laser zu deinem Material passt?
Schick uns einfach ein Foto oder bring das Material direkt vorbei – wir machen gerne eine Testgravur, bevor es an die finale Umsetzung geht.
Angebot anfragen →Häufige Fragen zum Lasertyp-Vergleich
Kann ein Diodenlaser Metall schneiden?
Nein. Diodenlaser können bestimmte beschichtete Metalle markieren, aber nicht schneiden. Dafür braucht es einen leistungsstärkeren Faserlaser.
Welcher Laser eignet sich für Glas am besten?
Bei dickwandigem Glas liefert ein CO2-Laser solide Ergebnisse, bei dünnwandigem Glas wie Trinkgläsern erzielt ein UV-Laser durch sein kaltes Bearbeitungsverfahren feinere und risikoärmere Resultate.
Was ist der Unterschied zwischen Faserlaser und MOPA-Laser?
Beide arbeiten mit ähnlicher Wellenlänge, doch der MOPA-Laser erlaubt zusätzlich die Steuerung von Pulsdauer und Frequenz. Dadurch lassen sich Farbeffekte und besonders schonende Markierungen auf empfindlichen Metallen erzielen, die ein klassischer Faserlaser nicht schafft.
Welcher Laser ist am vielseitigsten?
Der MOPA-Laser gilt durch seine einstellbaren Parameter als einer der flexibelsten Lasertypen für Metallbearbeitung. Für organische Materialien bleibt jedoch der CO2-Laser unschlagbar vielseitig.